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Spiritismus

aus ParaOnline Enzyklopaedie - Die Enzyklopaedie des Paranormalen, der freien Wissensdatenbank
Spiritismus oder spiritistische Lehre ist die allgemeine Bezeichnung für die Lehre, die behauptet, dass Verstorbene sich mit Hilfe eines Mediums mitteilen oder sich als Phantome bzw. Materialisationen zeigen können. Der Spiritismus ist eine auf Grundlage des Okkultismus entstandene Erklärungshypothese, die einen Teil der angeblich okkulten Phänomene auf "Einwirkungen der Geisterwelt" auf die Welt der Lebenden zurückführen will.

Der moderne Spiritismus als Massenbewegung nahm 1848 in den USA seinen Ausgang (Klopfgeistphänomene im Haus des Methodisten Fox in Hydeswill. N.Y.) und verbreitete sich mit dem Tischerücken als Wegbereiter sehr schnell. In Frankreich wurden "Geisterkundgebungen" im Kreis der Mesmeristen von Léon-Hippolithe-Denizart Rivail (Pseudonym Allan Kardec) im "Buch der Geister" gesammelt. Dieser formte daraus eine synkretistische Offenbarungsreligion, den Spiritismus im engeren Sinne, der in Brasilien, wo er eine anerkannte Religion darstellt, 4,6 Mio. Anhänger hat. Noch verbreiteter ist dort Umbanda, eine Religion die den Kardecianistischen Spiritismus mit Vorstellungen afrikanischer Herkunft verbindet.

Starken Auftrieb erhielt der Spiritismus durch die Darbietungen des Mediums D. D. Home. Infolge dessen entstanden zahlreiche private Zirkel, Gesellschaften und Zeitschriften. 1882 vereinigte die "Society for Psychical Research" Spiritisten, Animisten und Skeptiker zu gemeinsamer Forschung, woraus die moderne Parapsychologie entstand.



Kardecianismus
Der Spiritismus beruft sich auf die von Allan Kardec gesammelten Prinzipien und Gesetze, die von den höheren Geistern offenbart worden sein sollen. Diese Werke bilden spiritistische Bibel. die sogenannte "Spiritistische Kodifikation": "Das Buch der Geister", "Das Buch der Medien", "Das Evangelium nach dem Spiritismus", "Der Himmel und die Hölle" und "Die Genesis".

Das Universum ist von Gott, dem höchsten Geist, geschaffen. Es besteht aus den materiellen Dingen und den spirituellen Wesen. Diese, die Geister sind die intelligenten Wesen der Schöpfung. Sie bilden die geistige Welt, die vor allem physischen Sein gewesen ist und alles Materielle überdauern wird.

Die Geister wurden einfach und unwissend erschaffen. Sie entwickeln sich intellektuell und moralisch, indem sie von einer niederen zu einer höheren Ebene aufsteigen, bis sie die Vollkommenheit erreicht haben, wo sie eine unveränderliche Freude geniessen.

Um sich zu entwickeln bedürfen die Geister mehrfacher Inkarnationen, während der sie ihre Individualität ebenso wie im nichtmateriellen Zustand behalten, jedoch treten im inkarnierten Zustand, den Menschen, die Erinnerungen an vorherige Inkarnationen und den nichtinkarnierten Zustand zurück. Die geistige Entwicklung kann zwar stagnieren, geht jedoch stets zum Höheren.

Die Geister werden verschiedenen Klassen zugeordnet, je nach der Vollkommenheitsebene, die sie erreichen konnten: reine Geister, die schon die höchste Vollkommenheitsebene erreichten; gute Geister, in denen der Wunsch nach dem Guten überwiegt; unvollkommene Geister, die sich durch die Unwissenheit, den Wunsch nach dem Bösen und die niederen Leidenschaften auszeichnen.

Jesus ist im Spiritismus ein reiner Geist, der den Weg, den alle Geister (= Menschen) gehen, vorangegangen ist. Die christliche Ethik ist in den Spiritismus integriert, ebenso gehöre das Gebet zu den spiritistischen Pflichten. Die höheren Geister helfen den niederen auf dem Weg zur Vervollkommnung. Hierzu sollen die spiritistischen Seancen dienen, blosse Wahrsagerei wird abgelehnt.

Die Fähigkeit, Medium zu sein, wird als natürliche Gabe betrachtet, die nicht erworben oder erlernt werden kann. Priestertum sowie priesterliche Rituale werden ebenso abgelehnt, wie Wahrsagetechniken wie Kartenlegen, Pyramiden, Kristalle oder Horoskope oder der kommerzielle Spiritismus.